BUND KLASSISCHER HOMÖOPATHEN DEUTSCHLANDS e.V.

Homöopathische Arzneimittel

Anwender homöopathischer Arzneimittel fordern Revision der Herstellungsvorschriften

(24.09.2007) Homöopathische Arzneimittel: Anwender fordern eine Revision der Herstellungsvorschriften

Das "Anwenderbündnis zum Erhalt homöopathischer Arzneimittel" und damit die Vereine VKHD, BKHD und DZVhÄ fordern wichtige Änderungen der Herstellungsvorschriften homöopathischer Arzneimittel. Diese sind in so genannten Arzneibüchern festgelegt. Derzeit wird das deutsche "Homöopathische Arzneibuch" sowie das entsprechende französische Werk schrittweise in das "Europäische Arzneibuch" integriert; letzten Endes wird das "Europäische Arzneibuch" alleine be-stimmend sein. Einfluss nehmen können wir derzeit jedoch allenfalls über nationale Institutionen wie das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Das "Homöopathi-sche Arzneibuch" liefert eine auch für Europa durchaus sinnvolle Basis, doch in einigen Punkten gibt es dringenden Änderungsbedarf. Die vom Anwenderbündnis vorgebrachten Vorschläge las-sen sich wie folgt zusammenfassen: "Intensive Verreibung statt bloßer Vermischung". Für die Verreibung in Milchzucker lässt das "Homöopathische Arzneibuch" die Möglichkeit offen, anstatt klar definierter Verreibung lediglich "bis zu Homogenität zu vermischen". Dies wird von vielen Anwendern als "Betrug am Kunden" empfunden und untergräbt das Vertrauen in homöopathische Arzneimittel. Das Anwenderbündnis fordert, eine intensive Verreibung verbindlich sicherzustellen. Ferner ziehen viele Kollegen die Verreibung aller technisch verreibbaren Ausgangsstoffe mindes-tens bis zur C3 vor. Dies betrifft nahezu alle Mittel (vielleicht nicht gerade Glonoinum...) und sollte daher ausdrücklich ermöglicht werden. Bislang ist Verreibung nur für feste Stoffe und für Pflanzen vorgesehen. "Einführung von Korsakov-Potenzen". Die Herstellung hoher Potenzen über C1000 ist tech-nisch nur mit der so genannten Einglas- oder Korsakov-Methode durchführbar. Im deutschen wie im französischen, daher auch im europäischen Arzneibuch fehlen Korsakov-Potenzen bislang gänzlich. Sie sind mit aufzunehmen und wie international üblich, mit einem zusätzlichen "K" zu kennzeichnen (bspw. "Arnica CK 10.000" für Arnika in der zehntausensten Korsakov-Potenz). "Ausgangsstoffe möglichst ähnlich den ursprünglich geprüften Substanzen". Dies ist ein elementares Bedürfnis für die Einzelmittelhomöopathie, um nach Ähnlichkeitsgesetz verschreiben zu können. Das Ideal einer vollständigen Identität von Prüfsubstanz und Ausgangsstoff ist nicht in allen Fällen zu erreichen (bspw. ist das von Hahnemann geprüfte Petroleum heute gar nicht mehr erhältlich). Maßgebliches Qualitätsmerkmal ist daher die größtmögliche Übereinstimmung. "Herstellung von Q-Potenzen optional mit der von Hahnemann angegebenen Globuligröße". Hahnemann beschreibt im 6. Organon erheblich kleinere Globuli als diejenigen, welche das "Ho-möopathische Arzneibuch" in seinen Herstellungsvorschriften für Q-Potenzen vorsieht. Das An-wenderbündnis fordert, dass zumindest optional Globuli der Größe "Null" mit ca. 1600 Globuli je Gramm verwendet werden können. Die Vorschläge des deutschen Anwenderbündnis wurden unterstützt durch ein Schreiben der eu-ropäischen Dachverbände ECH (European Committee for Homeopathy) und ECCH (European Council for Classical Homeopathy). In der arzneimittelrechtlichen Zusammenarbeit beider Organi-sationen setzt das setzt sich das breite Bündnis ärztlicher und heilpraktischer Homöopathie-Organisationen fort, wodurch insgesamt 65 nationale Berufsorganisationen vertreten sind. Ge-meinsames Ziel ist die Verfügbarkeit aller homöopathischen Arzneimittel in hoher Qualität. Schwer-punkt der derzeitigen europäischen Aktivitäten ist der Erhalt von Nosoden, darüber berichten wir schon an anderer Stelle und diese Arbeit intensiv fortgesetzt. Bei den Arzneibüchern geht es hin-gegen in erster Linie um die Herstellungsqualität. Die ausführliche Fassung der Anwenderforderungen können Sie unter NEWS herunterladen.

Carl Classen


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