BUND KLASSISCHER HOMÖOPATHEN DEUTSCHLANDS e.V.

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Nichts drin, nichts dahinter? Homöopathie-Gegner Spektakel am 5. Februar

(01.02.2011)

"Und sie bewegt sich doch" - oder die verzerrte Wahrnehmung der Realität

Die Homöopathie als sichere und weltweit anerkannte Medizin sieht sich immer wieder Angriffen von Skeptikern ausgesetzt, die ihre Wirkungslosigkeit durch Einnahme großer Mengen homöopathischer Arzneien beweisen wollen. Hier sei schon die Frage erlaubt, ob die Homöopathie krankmachen soll, da der Versuch andernfalls vom logischen Verstehen her keinen Sinn macht. Dass ein solcher Versuch dennoch gelingt, ist offensichtlich, da er jedweder Grundlage eines Verständnisses diese Heilmethode entbehrt. Auch zeigt dieses Vorgehen ein Weltbild, welches bereits seit einigen Jahrhunderten überholt ist, da es sich nur auf sichtbare und messbare Gegebenheiten, also Quantitäten, konzentriert. Bereits in der Antike galt der Geist als Zentrum des Menschen und nur die Ergebnisse seines Schaffens werden in materieller Gestalt sichtbar. Dass die kleinsten Teilchen die größte Macht haben, zeigt sich auch anhand der Tatsache, dass für deren Erforschung die größten Apparaturen notwendig sind, man denke nur an den Teilchenbeschleuniger unterhalb des Genfer Sees.

Die Homöopathie setzt ihre Arzneimittel, bei der jedes eine andersgeartete, spezifische Information enthält, so präzise ein, dass sie wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip nur bei der Person mit hierzu korrespondierenden, der Krankheit zugrunde liegenden Reaktionsmustern wirken. Aus diesem Grund ist die Homöopathie eine sehr sichere Methode. Man kann also den Damen und Herren Skeptikern jetzt schon zu ihrer gelungenen Aktion gratulieren. 

 

Nichts drin, nichts dahinter? Homöopathie-Gegner Spektakel am 5. Februar

Am 5. Februar um 10:23 Uhr wird sich vor einigen Apotheken in Deutschland und anderen Ländern ein merkwürdiges Spektakel abspielen. So genannte Skeptikerorganisationen haben dazu aufgerufen, eine "Überdosis" homöopathisch zubereitetes Arsen einzunehmen. Mit diesem "Stunt" soll öffentlich demonstriert werden, dass homöopathische Arzneien unwirksam sind. Wenn jemand eine ganze Flasche eines Medikaments einnimmt, das normalerweise viel geringer dosiert wird - müsste da nicht irgendwas passieren?

Die Skeptiker demonstrieren vor allem ihre Unkenntnis der Homöopathie. Die Homöopathie ist eine Regulationstherapie und arbeitet mit hoch spezifischen Reizen. Eine homöopathische Arznei, die keinen klaren Bezug zu vorhandenen Gesundheitsstörungen hat, wird bei einmaliger Einnahme in der Regel gar nichts bewirken. Auch nicht, wenn die ganze Flasche eingenommen wird. Bei einigen Menschen kann es zu so genannten Arzneiprüfsymptomen kommen. Solche Reaktionen treten meist eher subtil in Erscheinung. Arzneiprüfsymptome müssten durch einen geschulten Beobachter identifiziert und zugeordnet werden. Eigentlich demonstrieren diese Leute nur eines, wenn auch ungewollt: die Homöopathie ist sicher. Im Gegensatz zu chemischen Arzneien bringt sie keine gefährlichen Nebenwirkungen hervor.

Die Skeptiker behaupten, die Homöopathie sei wissenschaftlich widerlegt...

Die Behauptung wird gerne wiederholt, bisherige Studien hätten die Unwirksamkeit homöopathischer Arzneien bewiesen. Solche Äußerungen ignorieren die tatsächliche Studienlage. Viele Doppelblindstudien und mehr noch Beobachtungsstudien, die nicht nur einzelne Effekte, sondern den Gesundheitsgewinn des ganzen Patienten in Betracht ziehen, kommen zu positiven Ergebnissen für die Homöopathie. Außerdem ist es ziemlich unwissenschaftlich, eine Therapie als unwirksam zu erklären, weil ihr Wirkmechanimus noch nicht vollständig dargestellt werden kann.

Was bewirken die Aktionen der Skeptiker?

Diese merkwürdigen Aktivitäten steigern einerseits den Bekanntheitsgrad der Homöopathie. Manche Menschen  werden sie auch verunsichern. Und sie polarisieren. Wer wiederholt und nachvollziehbar erlebt hat, wie homöopathische Arzneien bei Kindern und bei Tieren wirken, lässt sich selten verunsichern. Wer die Homöopathie ohnehin ablehnt, wird sich bestätigt sehen.

Kommt es in der Homöopathie auf den Glauben an?

Bei Babies oder bei Katzen wohl eher nicht. Leicht beeinflussbare Patienten und solche, die sich ständig etwas einreden, sind für Homöopathen eher schwierig zu behandeln. Die Einstellung eines Patienten hat psychologisch und für eine gesunde Lebensführung einige Bedeutung. Für die Wirkung homöopathischer Arzneien ist der "Glauben" an die Homöopathie wenig relevant. Wenn überhaupt, ist eine neutrale Offenheit das Beste. Studien zeigen auf, dass sogenannte Placebo-Effekte in der Homöopathie nicht größer sind als in der konventionellen Medizin.

Was bewegt die Skeptiker?

Eigentlich drängt sich das Gefühl einer weltanschaulich motivierten Debatte auf. Mit Wissenschaft und Forschung haben die Aktivitäten der Skeptiker wenig zu tun. Nur ganz wenige Skeptiker sind Ärzte. Die Skeptikerbewegung ging ursprünglich aus der amerikanischen Atheistenbewegung hervor. Früher stellten die sich gegen Religionen, UFOs und Außerirdische, doch niemand hörte ihnen zu. Jetzt haben die endlich ein Thema, das die Gemüter bewegt und herausfordert.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass in homöopathischen Arzneien "Nichts" drin ist?

Ich möchte eher sagen, dass die Homöopathie unser klassisches Weltbild infrage stellt. Ja, einige Gemüter fühlen sich dadurch herausgefordert. 2010 erregte der französische Nobelpreisträger und Virologe Luc Montagnier Aufsehen, weil er in hoch verdünnten Lösungen Einflüsse von Molekülen nachwies, die darin eigentlich gar nicht mehr enthalten waren. Die Medizinwissenschaft diskutiert außerdem einen "Hormesis" genannten Effekt: Manche Gifte werden durch sehr hohe Verdünnung nicht nur unschädlich, sondern ihre Wirkung kehrt sich um in Richtung Gesundheitsförderung. Es gibt noch manches zu entdecken, was über den Horizont der Aktivisten hinausgeht.

Eine Kollegin brachte es auf den Punkt: "Solange die Skeptiker in ihrem Webshop Kappen verkaufen und auf ihrem Kopf tragen mit der Aufschrift "there's nothing in it", fällt es mir doch schwer, diese Leute ernst zu nehmen."

Carl Classen et al



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