BUND KLASSISCHER HOMÖOPATHEN DEUTSCHLANDS e.V.

Veröffentlichungen

Buchrezension: Homöopathie in der Krankenversorgung

(15.05.2007) Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit

Homöopathie in der Krankenversorgung
Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit

Dr. Gudrun Bornhöft
Prof. Dr. Peter F. Matthiessen
(Hrsg.)
Verlag für akademische Schriften (VAS) 2006, ISBN 978-3-88864-419-1

Um es auf einen Punkt zu bringen: dieses Buch ist ein "Muss" für jeden, der sich wissenschaftlich für die Homöopathie interessiert.

Obwohl originär für das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz im Rahmen eines "Programms Evaluation Komplementärmedizin" (PEK) erstellt, haben die Autoren die gesamte wissenschaftliche Literatur zur Homöopathie gesichtet und mit hoher Fachkompetenz kommentiert.
Die von ihnen angewandte Methodik wird als HTA-Bericht bezeichnet. HTA (Health Technology Assessment) ist eine wissenschaftlich etablierte Vorgehensweise, die über den Rahmen von Metaanalysen oder Cochrane-Studien hinausgeht. Bei dieser Betrachtungsweise werden nicht nur die Effekte einzelner Maßnahmen bewertet, sondern auch die Wirksamkeit einer Therapie oder Maßnahme in ihrem Alltagswert, d.h. es werden in dieser Untersuchungsmethodik auch Erkenntnisse mit berücksichtigt, die "normalerweise" vernachlässigt werden. Die Aussagekraft einer solchen HTA-Untersuchung bekommt dadurch eine wesentlich breitere Basis und damit auch eine größere Aussagekraft.
Das ständige Hin und Her zwischen Befürwortern und Gegnern der Homöopathie, das jeweils gerne als "wissenschaftlich" bezeichnet wird, bekommt mit diesen Ergebnissen endlich eine sachliche und korrekte Basis. Es ist schon erstaunlich, wenn die Ergebnisse zweier Metaanalysen (Linde 1997, Shang et al. 2005), die im Wesentlichen dieselben Arbeiten bewerten, in der Schlussbetrachtung zu konträren Ergebnissen kommen. Linde: "Es gibt deutliche Hinweise auf eine Wirksamkeit der homöopathischen Intervention"; Shang et al.: "damit ist bewiesen, dass die Homöopathie nicht wirksamer ist als ein Placebo".
Pikanterweise wurden beide Metaanalysen in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlicht. Im Jahr 2005 mit der Überschrift im Editorial: "Das Ende der Homöopathie".
In wirklich wohltuender Weise werden auch solche Widersprüche von den Autoren des vorliegenden Buches sachlich kommentiert und die Stärken und Schwächen der einzelnen Untersuchungen herausgearbeitet.
Sicherlich würden sich die Gegner wie die Befürworter über eine deutlichere Bewertung freuen, aber die Autoren machen nicht den Fehler sich auf Emotionen einzulassen, sondern bleiben bei den jeweiligen Fakten. Und diese Fakten sprechen für sich bzw. für die Homöopathie. Aus der Gesamtsicht der untersuchten Literatur kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass die Homöopathie eine wertvolle Ergänzung der konventionell-medizinischen Versorgungslandschaft darstellt.
Der Bericht ist sehr gut und verständlich geschrieben und ist damit nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für den engagierten Laien lesbar. Jedem, der sich sachlich und faktisch über den Stand der wissenschaftlichen Forschung zur der Homöopathie informieren will, sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
Gerade auch "Einsteigern" möchte ich dieses Buch nahe legen. Sie bekommen einen äußerst komprimierten Überblick über die aktuelle Literatur inklusive einer sachlichen und kompetenten Bewertung der einzelnen Veröffentlichungen, die in tabellarischen Übersichten zusammengefasst sind.
Wie eingangs gesagt: Ein "Muss" für alle, die sich sachlich orientieren und informieren wollen.

Dr. rer. nat. Eckehard Eibl, BKHD Vorstand, Wissenschaft und Forschung



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